Meire Grove feiert den "Garrel Day"

Deutsche Einwanderer gründeten die Stadt in den USA
Bekannte Familiennamen aus dem OM sind dort vertreten

Garrel / Meire Grove. Eine kleine Stadt in Minnesota macht große Schlagzeilen: „Meire Grove“ im mittleren Westen der USA hat den 14. September 2025 offiziell zum „Garrel Day“ erklärt. Anlass ist der Besuch einer Reisegruppe des Heimatvereins Garrel, die unter dem Motto „Garrel goes America II – Eine Reise durch den Mittleren Westen“ für 2 Wochen den Spuren ihrer Vorfahren folgt.

„Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagt Heimatverein-Vorsitzender Günter Buschenlange, der die Fahrt organisiert. Bereits 2023 hatte eine erste Tour die Teilnehmenden begeistert. Nun geht es erneut in die USA – mit Stationen in Milwaukee, Minneapolis, St. Paul, Davenport, Cincinnati, Indianapolis oder Chicago. Doch ein Höhepunkt wird zweifellos der „Garrel Day“ in Meire Grove.

Meire Grove wurde von deutschen Einwanderern geprägt – und viele der Namen sind in Garrel bis heute vertraut. Einer der ersten Siedler war Arnd Heinrich Deters aus Steinfeld, derselben Linie entstammend wie Johann Heinrich Deters, der erste Siedler in Nikolausdorf. Auch die Familien Kemper und Meyer spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau der Stadt. „Selbst kleine Stüve finden sich in den Kirchenbüchern wieder“, weiß Günter Buschenlange. Für die Garreler ist es daher mehr als nur ein Besuch: Es ist eine Begegnung mit Nachfahren jener Menschen, die einst aus dem Oldenburger Münsterland in die Neue Welt aufbrachen. Gespräche und Begegnungen mit den Familien Deters, Kemper und Meyer sind fest eingeplant.

Das Programm am Sonntag (14. September) ist festlich: Nach einer offiziellen Begrüßung und einem katholischen Gottesdienst in der St.-Johannes-Baptist-Kirche – die denselben Namen trägt wie die Kirchengemeinde in Garrel – gibt es ein gemeinsames Essen mit Musik. Später empfängt die Stadt die Gäste im Rathaus. „Die machen da was draus“, zeigt sich Buschenlange beeindruckt. Musikalisch gestaltet wird der Tag von der traditionsreichen Meire-Grove-Band, die seit 1883 ununterbrochen spielt und als älteste Stadt-Kapelle Minnesotas gilt. Auch ihre Wurzeln liegen bei Auswanderern aus Holdorf.

Plant die Reise in die Neue Welt: Heimatverein-Vorsitzender Günter Buschenlange stimmt sich auf die USA-Tour ein

Mit im Gepäck haben die Garreler nicht nur Präsente, sondern auch Grußworte. Bürgermeister Thomas Höffmann betont in seiner Botschaft: „Ihre Geschichte und Kultur haben die Stadt Meire Grove und die Region Stearns County bis heute beeinflusst. Unsere gemeinsame Vergangenheit erzählt von harter Arbeit, aber auch vom Mut und Pioniergeist der Menschen.“ Pastor Jörn Illenseer schlägt in seinem Grußwort eine Brücke zwischen den beiden St.-Johannes-Baptist-Gemeinden: „Unsere gemeinsamen Vorfahren haben das christliche Leben sowohl hier in der alten als auch später in der neuen Welt geprägt und es zu dem gemacht, was es bis heute ist.“ Auch Sport und Geselligkeit fehlen nicht: Beim Besuch eines Footballspiels in Wisconsin überreichen die Garreler dem Team der D.C. Everest High School ein Trikot des BV Garrel. „Wir machen gut Werbung für Garrel“, sagt Buschenlange schmunzelnd. Die Idee, einen „Garrel Day“ auszurufen, ist für die Stadt Meire Grove mehr als eine symbolische Geste. Sie will damit die deutsch-amerikanische Geschichte lebendig halten – eine Geschichte von Mut, Aufbruch und enger Verbundenheit.

Am Dienstag, den 9. September brach die Gruppe in Garrel auf. 2 Wochen lang führt die Reise durch Städte und Orte, die von deutschen Auswanderern geprägt wurden. Doch am Sonntag (14. September), wenn in Meire Grove die Glocken läuten, gemeinsam Lieder gesungen werden und Nachkommen der Familien Deters, Kemper, Stüve und Meyer die Gäste begrüßen, ist Garrel – zumindest für einen Tag – ganz nah.


 Quelle: Münsterländische Tageszeitung vom 13.09.2025

Text und Foto: Yvonne Högemann