Nachdem die Teilnehmer unserer USA-Reise im Jahr 2023 restlos begeistert waren, haben wir uns entschlossen, den Sprung über den großen Teich erneut zu wagen. Am 9. September 2025 begann unsere zweite Fahrt in den mittleren Westen der USA: "Garrel goes America 2". Und auch diesmal werden hier viele Fotos und ausführliche Informationen zu finden sein, damit auch die "Daheimgebliebenen" verfolgen können, was wir auf unserer Reise erleben.

Per Klick auf unsere Reisestationen geht's direkt zu den jeweiligen Fotos:

9. September: Ankunft in Chicago
9./10. September: Milwaukee
11. September: Green Bay
12. September: Wausau (mit Stettin, Hamburg und Berlin)
13. September: Twin Cities (Minneapolis & St. Paul)
14. September: Meire Grove
15. September: Quad Cities
16. September: Springfield und Teutopolis 
17./18. September: Seymour und Cincinnati
19. September: Oldenburg und Indianapolis
19.-21. September: Chicago

 

Hier geht's weiter - unsere zweite Woche in den USA...

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15. September: Quad Cities

Heute geht es über 500 km weiter zu den Quad Cities, einer Metropolregion im mittleren Westen der USA, bestehend aus 4 Städten in den Bundesstaaten Illionois und Iowa, die der Mississippi voneinander trennt. Es handelt sich um Moline (43.000 Einwohner), East Moline (21.000) und Rock Island (37.000) in Illinois sowie Davenport (101.000) und Bettendorf (39.000) in Iowa. Moment ... das sind doch 5 Städte! Können die Amerikaner etwa nicht zählen? - Doch, sie können. Der Name "Quad Cities" ist historisch bedingt. Als der Begriff in den 1930er Jahren entstand, umfasste die Gruppe tatsächlich nur vier Städte. Insbesondere ab den 1960er Jahren wuchs die Stadt Bettendorf erheblich und wurde zu einem integralen Bestandteil der Metropolregion. Trotz der Hinzunahme von Bettendorf und der Tatsache, dass die Region heute aus fünf größeren Städten und weiteren kleineren Gemeinden besteht, wurde der etablierte Name "Quad Cities" beibehalten. John Deere (1804 - 1886), gelernter Hufschmied und Erfinder des ersten selbstreinigenden Stahlpfluges, hat hier seine Firma gegründet, die noch heute ihren Hauptsitzes in Moline hat. Die Quad Cities waren übrigens der Standort der ersten Eisenbahnbrücke, die den Mississippi River überquerte. Sie wurde 1856 fertiggestellt.

Weil 500 km in einem Rutsch auch in unserem top ausgestatteten Reisebus viel Ausdauer erfordern, machen wir zwischendurch eine Rast im größten Rasthof der Welt: dem Iowa 80 Truckstop. Er erstreckt sich über 89 Hektar und bietet Parkplätze für 900 LKWs, sowie Busse und Autos. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1964 hat der Iowa 80 Truckstop seine Türen niemals geschlossen – nicht einmal an Feiertagen. Er ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnet. Es gibt ein großes Restaurant für 300 Gäste, ein Museum, zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten sowie Fitness- und Wellnessangebote für Mensch & Tier. Natürlich kann man hier auch tanken oder Strom laden und seinen LKW waschen lassen. Ein Paradies (nicht nur) für Trucker!

Das Disneyland für Trucker - der Iowa 80 Truckstop, der größte Rastplatz der Welt
...und auch die LKWs sind etwas größer als bei uns.
Wir treffen uns hier mit Mary Lee & Franz Neff (mitte) und weiteren...
...Mitgliedern der American / Schleswig-Holstein Heritage Society (ASHHS).
Besichtigung der Cinnamon Ridge Farm in Donahue (Iowa). Der Besitzer, John Maxwell, stellt seinen Betrieb vor. Natürlich hat auch er deutsche Vorfahren.
Die Familie bewirtschaftet die Farm seit fünf Generationen. Die Farm ist bekannt für seine Jersey-Kühe. Diese Rasse wird oft für ihren hohen Fett- und Proteingehalt in der Milch geschätzt. Die Farm gehört zu den besten in den USA in Bezug auf Milchproduktion, Protein- und Fettgehalt.
Die Farm ist ein Vorreiter in Sachen Technologie. Sie nutzen robotergestützte Melksysteme, die über 100 verschieden Daten jeder Kuh erfassen, darunter Aktivität, Futteraufnahme und Gewicht. Dies ermöglicht ein sehr präzises Management der Tiergesundheit und Produktivität. Zum Abschied gab es Grüße und Geschenke aus Garrel.
John Maxwell erzählt uns viele interessante Fakten über seinen riesigen und landesweit bekannten Betrieb.
Günter hat sich im Iowa 80 für John Deere schick gemacht.
Ankunft in Moline. Hier ist der Hauptsitz der John-Deere-Company, die hier ein eigenes Ausstellungsgebäude hat, den John-Deere-Pavillon.
Vom Pflug bis zum Mähdrescher kann man sich hier alles anschauen, was die Firma herstellt. Auch historische Landmaschinen sind hier ausgestellt.
Ein altes Blech-Werbeschild macht Lust auf Traktorenkauf. Da Traktoren aber nur schlecht ins Handgepäck passen und es bestimmt Probleme beim Zoll gibt...
...hat sich Wolfgang Grams für Handschuhe von J.-D. entschieden.
Obwohl ... so ein kleiner Rasenmäher für den Garten wäre schon schön!
Alles ein bisschen größer und breiter als in der "Alten" Welt...
Ein absoluter Höhepunkt am Abend: ein Besuch bei Whiteys Ice Cream in Davenport. Das beste Eis der Welt gibt's nur in den Quad Cities!
Das Unternehmen wurde 1933 von Chester "Whitey" Lindgren in Moline, Illinois, gegründet. Seinen Spitznamen "Whitey" erhielt er aufgrund seines weißblonden Haares.

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16. September: Springfield

Springfield und Teutopolis sind die beiden nächsten Ziele auf unserer Reise; von Davenport aus geht es zunächst etwa 250 km bis nach Springfield, Illinois. Dieser Ortsname gehört zu den häufigsten in den USA - es gibt etwa 80 Orte, die auch so heißen. Springfield bedeutet übersetzt etwa "Quellfeld" und beschreibt oft eine fruchtbare Landschaft, in der es Quellen oder Bäche gibt. Das machte es zu einem naheliegenden Namen für neue Siedlungen, der von Pionieren und Siedlern im ganzen Land verwendet wurde. Dieses Springfield ist mit etwa 120.000 Einwohnern die Hauptstadt des Bundesstaates Illinois. Wir machen hier Halt und besichtigen den "Oak Ridge Cemetery" - hier wurde Abraham Lincoln, der 16. Präsident der Vereinigten Staaten (und der erste republikanische) beigesetzt, nachdem er am 15.04.1865 in Washington D.C. an den Folgen des Attentats auf ihn verstarb. Lincoln lebte etwa 25 Jahre lang in Springfield und arbeitete dort als Rechtsanwalt, bevor er 1861 zum Präsidenten gewählt wurde. Seine Präsidentschaft gilt als eine der bedeutendsten, denn während seiner gesamten Amtszeit sah er sich gezwungen, einen Bürgerkrieg zur Wiederherstellung der Union zu führen, nachdem elf der sklavenhaltenden Südstaaten aus der Union austraten und die "Konföderierten Staaten von Amerika" bildeten.

Wir nähern uns dem Lincoln Tomb - der Obelisk ist 36 m hoch; am Sockel befinden sich 37 Schilder, die die US-Bundesstaaten zur Zeit der ursprünglichen Bauarbeiten repräsentieren.
Das Lincoln Tomb ist eine der meistbesuchten historischen Stätten in Springfield. Es zieht jährlich mehr als 300.000 Besucher an; die Grabstätte wurde 1874 offiziell fertiggestellt und eingeweiht.
Jens Kotte und Anita Faske berühren die Nase der Lincoln-Büste aus Bronze - das soll Glück bringen. Vom vielen Berühren ist die typische Patina an der Nase vollständig verschwunden.
Auch Günter Buschenlange und Günter Budde wollen ein Stück vom Glück haben... Die Büste stammt vom Bildhauer Gutzon Borglum, der später auch den berühmten Mount Rushmore schuf.
Hinweisschild vor dem Eingang

Auf dem Schild steht:

Willkommen zur

LINCOLN GRABSTÄTTE

Hier, im Herzen unseres Landes, am Rande seiner Heimatstadt, befindet sich die letzte Ruhestätte von Präsident Abraham Lincoln, seiner Frau und drei ihrer Kinder. Die Lincoln-Grabstätte wurde mit Spenden aus den gesamten Vereinigten Staaten erbaut und ehrt das Andenken an den größten Präsidenten unserer Nation und an diejenigen, die mit ihm für eine neue Geburt der Freiheit kämpften.

Dieser Sarkophag ist leer. Lincoln liegt in einem Stahlsarg, der sich in einem Tresor unter dem massiven Stahlbetonboden dieses Raumes befindet.
Auch der sitzende Lincoln ist eine Kopie. Das Original im Lincoln Memorial in Washington D.C. ist noch erheblich größer als die hier ausgestellte Skulptur, nämlich 5,80 m.

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16. September: Teutopolis

Nachmittags geht es mit dem Bus nochmals etwa 150 km weiter nach Teutopolis, die "Stadt der Deutschen". Allerdings ist diese Stadt eher ein kleines Dorf mit etwa 1.600 Einwohnern. Es wurde 1839 von deutschen Einwanderern gegründet, die hauptsächlich aus dem Herzogtum Oldenburg und dem Königreich Hannover in Deutschland stammten. Die deutschen Wurzeln sind hier überall sichtbar. Viele Einwohner haben immer noch deutsche Nachnamen, und das Erbe wird durch lokale Traditionen und Gebäude wie die St. Francis of Assisi Church gepflegt, die seit über 160 Jahren im Herzen der Stadt steht. Das Maskottchen der örtlichen Highschool sind Holzschuhe, eine direkte Anspielung auf die deutsche Herkunft und Geschichte des Ortes. Obwohl Teutopolis eine kleine Gemeinde ist, hat sie eine überraschend starke Wirtschaft mit zwei großen Produktionsstätten. Eine ist die Siemer Milling Company, ein großer Mühlenbetrieb, der Weizen zu Mehl verarbeitet. Die Firma ist ein wichtiger Zulieferer für Bäckereien und Lebensmittelhersteller in der gesamten Region. Rick Siemer, den Besitzer, werden wir heute noch treffen. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber ist Stevens Industries: Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller von Möbeln und Schränken aus Holz und Holzwerkstoffen in den USA.

Ankunft in Teutopolis und Empfang vor der Gemeindeverwaltung durch den Bürgermeister David Repking.
Die "Teutopolis Village Hall", die Gemeindeverwaltung, in der wir später noch reichlich bewirtet wurden.
Für alle gab es eine Tasche mit der Chronik und einem Kochbuch. Eine sehr große und freundschaftliche Geste.
Unsere 3 Geschenke: Tasche mit Wappen...
...ein Kochbuch und eine...
...umfangreiche Chronik zum 175-jährigen Bestehen.

Wir bedankten uns für den herzlichen Empfang, den Geschenken und dem Mittagsbüfett mit mit einer gut gefüllten Heimatvereinstasche inklusive Amerikatropfen.

Anschließend erhalten wir eine Führung durch die St.-Franz-von-Assisi-Kirche.
Wie die meisten Kirchen ist auch diese außerordentlich reich geschmückt und verziert.
Der beeindruckende Altar...
...ebenso beeindruckende Glasbilder...
...und der erhöhte Orgelboden.
In direkter Nachbarschaft: das Heimathaus.
Auch hier erhalten wir eine Führung.
Die schon erwähnten Holzschuhe
Bilder aus den Anfängen des Dorfes
Weitere Impressionen aus dem Heimathaus.
Geführt werden wir von Rick Siemer (mitte, mit rotem Shirt), Besitzer der Siemer Milling Company, einem der größten Arbeitgeber in der Region
Günter trifft hier auch erstmals auf Nancy Kiedaisch aus Bloomington in Illinois. Ihre Urgroßmutter war die Schwester von Günters Urgroßvater.
Abschiedsfoto mit Rick Siemer und den Nachfahren der Gründer von Teutopolis: die Familien Uptmoor und Vahling.

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17. September: Seymour

Nach dem herzlichen Empfang in Teutopolis geht es heute etwa 400 km weiter nach Cincinnati im Bundesstaat Ohio. Unterwegs kommen wir durch einen weiteren Bundesstaat, Indiana, und machen Rast in Seymour, einer Kleinstadt mit etwa 21.000 Einwohnern. Hier gibt es zum Beispiel das jährliche Seymour Oktoberfest, das die deutschen Wurzeln der Region feiert. Der Ort wurde 1852 von Meedy Shields gegründet, der den Ingenieur Hezekiah Seymour überredete, eine Eisenbahnlinie durch sein Land zu bauen. Als Gegenleistung benannte Shields den Ort zu seinen Ehren. 1866 ereignete sich in Seymour ein historisches Verbrechen: Die berüchtigte Reno Gang führte hier den weltweit ersten Zugüberfall auf einen fahrenden Zug durch. Die Gang wurde zwar gefasst, aber ihre Tat hat sich in die Geschichte der Stadt eingebrannt. Seymour ist außerdem die Heimatstadt des berühmten Rock- und Folksängers John Cugar Mellencamp. Seine Musik, die oft das Leben in Kleinstädten in den USA thematisiert, ist tief in seiner Heimat Indiana verwurzelt. Das Lied "Small Town" ist direkt von seiner Kindheit in Seymour inspiriert. Das "Schwätzer's Restaurant & Gasthaus" ist ein bekanntes deutsches Restaurant in Seymour. Hier machen wir Mittagspause.

Die Besitzer des Restaurants Schwätzer bemühen sich um die Förderung der deutschen Kultur in Seymour.
Auf der Speisekarte finden sich Klassiker wie Bratwurst, Sauerkraut, Schnitzel, Käsespätzle und natürlich deutsches Bier.
Wolfgang Grams und Günter Buschenlange überreichen Solomon Rust, dem Inhaber, eine Flasche Amerikatropfen.
Er war so gespannt drauf, dass er das berühmte Elixier gleich probieren wollte...😄...es hat ihm geschmeckt.

Bleibt noch eine offene Frage: Warum heißt es "Schwätzer's"? Der Name soll eine humorvolle Anspielung auf eine geschwätzige Person sein, was gut zur gemütlichen und geselligen Atmosphäre des Restaurants passt. Das das Wort bei uns eher negativ behaftet ist, weiß dort zum Glück niemand...

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17. / 18. September: Cincinnati

Gut gestärkt geht es weiter Richtung Cincinnati. Die Stadt wurde nach Lucius Quinctius Cincinnatus benannt, einem römischen Bauern aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., der zum Diktator ernannt wurde, um Rom in einer militärischen Krise zu retten. Dies gelang ihm innerhalb von nur 15 Tagen, danach gab er seine Macht wieder ab und kehrte zu seinem Bauernhof zurück. Er galt als das Idealbild des Bürgers, der dem Gemeinwohl dient, ohne nach persönlichem Ruhm zu streben. Der Name wurde im Jahre 1790 gewählt, weil auch die amerikanischen Offiziere nach dem Unabhängigkeitskrieg ihre Waffen niederlegten und in ihr ziviles Leben zurückkehrten. Cincinnati ist die "deutscheste Stadt Amerikas": Im 19. Jahrhundert wanderten Tausende Deutsche in die Stadt ein. Das Viertel "Over-the-Rhine" erhielt seinen Namen, weil es die Deutschen an das Überschreiten des Rheins erinnerte, wenn sie den Miami and Erie Canal überquerten. Eine Anekdote zum Schluß: Im 19. Jahrhundert war Cincinnati das Zentrum der amerikanischen Schweineverarbeitung und wurde scherzhaft "Porkopolis" genannt. Dieser historische Hintergrund wirkt bis heute in der lokalen Küche nach, insbesondere auf die berühmte "Goetta", eine "german Wurstart" aus Schweinefleisch und Haferflocken. Genau: Götte.

In der Ferne ist Cincinnati schon zu sehen.
Wir überqueren den Ohio-River mit Blick auf die Eisenbahnbrücke "Cincinnati Southern Bridge"
Nur noch ein paar Kilometer bis zu unserem Hotel.
Blick aus der 29. Etage unseres Hotels "Hilton Cincinnati Netherland Plaza" auf den Ohio River. Zu erkennen ist auch die "John A. Roebling Suspension Bridge", eine Hängebrücke, die von 1856-66 vom aus Thüringen stammenden Ingenieur Johann August Roebling erbaut wurde, die erste ihrer Bauart war und zudem als Vorbild für den Bau der Brooklyn Bridge in New York diente.
Ein Blick auf die Rohn A Roebling Bridge am Abend.
Das Wetter ist gut, wir sind durstig...
...wo also soll man am Abend hingehen?
Natürlich zum Zinzinnati Oktoberfest!

Das "Oktoberfest Zinzinnati" ist das größte Oktoberfest der Welt außerhalb von München. Der Name der Stadt ist übrigens absichtlich falsch geschrieben: "Zinzinnati" ist eine phonetische Anspielung auf die Art und Weise, wie ein deutscher Einwanderer das Wort "Cincinnati" aussprechen würde. Diese Schreibweise ist eine scherzhafte, aber liebevolle Anerkennung der deutschen Wurzeln vieler Einwohner.

Wir nähern uns dem Hofbräuhaus.
Hier treffen wir Diana, geb. Pöppelmann, aus Cincinnati. Sie war vor zwei Jahren mit einer großen Gruppe aus Ohio zu Besuch am Amerikastein und schickt viele Grüße an Maria Blömer.
Auch Ted Wendeln ist hier und schickt viele Grüße nach Garrel. Ted war erst im vergangenen Jahr zu Besuch in Garrel und hat sich dort auf die Suche nach seinen Verwandten gemacht.
Meeting friends in Cincinnati. Links neben Günter ist Debbie Rogers aus Chicago und Leo Taske mit Frau aus Cincinnati. Leo ist mit Tasche in Nikolausdorf verwandt.
Wir werden vom Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Cincinnati, Martin Edward Wilhelmy, begrüßt. Als Gruß und Dank bekommt er unseren Amerikatropfen und ist sichtlich erstaunt über die Geschichte unseres Amerikas. (v.l.n.r.) Ken und Sandy Hale aus Georgetown (Kentucky), Debbie Rogers, Dr. Wolfgang Grams, Konsul Wilhelmy, Prof. Don Tolzman, Günter Buschenlange und Agnes Meyer
Gruppenfoto in der Hotellobby mit dem Honorarkonsul. Herr Wilhelmy ist zuständig für die Entgegennahme von Passanträgen in Ohio und Kentucky.
Am nächsten Morgen sind wir unterwegs nach "Over the Rhine" und Old St. Marys, einer Kirche.
Unterwegs kommen wir am "Brotherhood Building" vorbei. Das riesige Wandgemälde zeigt den Namensgeber von Cincinnati,...
...Lucius Quinctius Cincinnatus. Es ziert seit 1983 dieses Gebäude zum 100-jährigen Bestehen der hier ansässigen Firma.
Die Old St. Mary's Church im Stadtteil Over-the-Rhine. Sie ist die älteste Kirche in Cincinnati und wurde 1840 von deutschen Einwanderern erbaut.
Hier besuchen wir einen Gottesdienst. Jeden Sonntag wird der Gottesdienst übrigens in deutscher Sprache gehalten.
Am Nachmittag gibt's ein Wiedersehen mit Meredith und Cynthia Beischel aus Cincinnati. Wir trafen sie vor 2 Jahren in Cincinnati. Die beiden freuen sich offenbar sehr über den extra von uns mitgebrachten Pudding von Dr. Oetker...
Blick auf den Ohio River mit der John A. Roebling Hängebrücke und der Skyline von Cincinnati.
Im Hintergrund das Stadion der Cincinnati Reds, wo gerade das Baseball-Spiel gegen Chicago stattfindet. Im Vordergrund ein Dunkelbier mit BVB Emblem 🙂
Übergroße Baseballs zieren den Weg zum Stadion der "1869 Cincinnati Red Stockings", dem ersten vollständig professionellen Baseball-Team der Welt.
Besucher mit Hund haben heute freien Eintritt zum Spiel der Reds. Dies nennt sich "Bark in the Park" und wird ein paar Mal pro Saison angeboten.
Günter hat zwar kein Ticket für's Spiel, aber eine Idee. Könnte man sich nicht einen Hund kurz mal ausleihen...?
Die beiden Fans hätten nichts dagegen gehabt, wenn Günter ein rotes Shirt tragen würde. Aber ein weißes Hemd... No way 😄

Nach dem Oktoberfest und dem verpassten Spiel der Reds geht es zurück Richtung Hotel. In unmittelbarer Nähe davon befindet sich der berühmte Foutain Square, dem Herzstück des Stadtzentrums von Cincinnati. Er dient als zentraler Treffpunkt für Einwohner und Touristen und ist bekannt für den Tyler-Davidson-Brunnen: die 13 Meter hohe Bronzestatue ist eine Hommage an die Bedeutung des Wassers für die Stadt. Der Fountain Square ist ein belebter Ort mit ganzjährigen Veranstaltungen, wie Live-Musik und Tanz. Es gibt zahlreiche Restaurants und Geschäfte, unter anderem "Graeter's", wo wir uns ein Eis zum Abkühlen gönnen ... es sind gefühlt immer noch 30 Grad hier ...

Zum Abschluss besuchen wir noch die Hotelbar, wo ein Pianospieler für die Hintergrundmusik sorgt. Gute Nacht!

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19. September: Oldenburg

Etwa 75 km von Cincinnati entfernt liegt Oldenburg im Bundesstaat Indiana. Das beschauliche Örtchen mit nur etwa 750 Einwohnern wurde 1837 von Johann Ronnebaum aus Damme und Johann Heinrich Plaspohl aus Vestrup gegründet. Weitere Einwanderer kamen vor allem aus dem Oldenburger Münsterland. Zwei weitere historisch bedeutsame Personen stammen aus Österreich. In den 1840er Jahren kamen Franz Joseph Rudolf, ein Priester aus Straßburg, und die Ordensschwester Theresa Hackelmeier als Einwanderer nach Oldenburg. Rudolf veranlasste im Jahre 1848 den Bau der ersten Kirche in Oldenburg, der "Holy Family Church". Schwester Theresa gründete 3 Jahre später das Kloster "Sisters of St. Francis of Oldenburg". Dieser Ursprung prägt das Dorf bis heute, weswegen es als "Dorf der Kirchtürme" bekannt ist. Dies wird uns bei der Fahrt über die Main Street (Hauptstraße) schnell klar: für so einen kleinen Ort gibt es hier überraschend große kirchliche Gebäude. Aber nicht nur das: der Ortskern von Oldenburg wurde 1983 in das "National Register of Historic Places" (vergleichbar mit den Verzeichnissen von denkmalgeschützten Gebäuden der deutschen Bauaufsichtsbehörden) aufgenommen. Das Viertel umfasst 115 historische Gebäude, von denen die meisten vor 1900 gebaut wurden.

Hinweisschild mit kurzen Infos zu Oldenburg.

Übersetzt steht sinngemäß auf dem Schild:

STADT OLDENBURG

Die erste Besiedlung erfolgte 1817 durch William George aus Pennsylvania.

Die Ortschaft wurde 1837 von J. Henry Ronnebaum und Henry Plaspohl gegründet.

Benannt nach dem Herzogtum Oldenburg in Deutschland, aus dem sie stammten.

Die erste Kirche und Schule wurden 1837 erbaut.

Das erste Postamt wurde 1845 errichtet.

1869 zur Stadt ernannt, mit Ben Flodder als Stadtratspräsident.

Der Grundstein für das Rathaus wurde an Washingtons Geburtstag 1878 gelegt.

Hier feiert man kein Oktober- sondern das "Oldenburg Freudenfest"
Natürlich erhalten auch unsere Gastgeber aus Oldenburg...
...unsere wohlschmeckenden Amerikatropfen - Prost!
Eine Gedenkstätte von 2012 zum 175-jährigen Jubiläum des Dorfes.
Ein Schild mit Erläuterungen zum Ursprung des denkmalgeschützten Gebäudes.
An der "Pearl Street" befindet sich "Der Perlen-Straße-Pub".
Eine hübsche Kleinstadt!
An der Kreuzung Main Street - Pearl Street steht sich eine Schülergruppe.
Neugierig geworden, wollen die Schüler des kath. Gymnasiums wissen, woher wir kommen.
Wir sind gerade vor der "Holy Family Catholic Church" und werfen einen Blick hinein.
Von innen sieht die Kirche aus wie bei uns - bis auf ein Detail: Bei uns gibt's keine Deckenventilatoren.
Eine Gedenkfahne erinnert an die Gründung des Ortes im Jahre 1837.
Auf der anderen Straßenseite steht das kath. Gymnasium - früher das Kloster "Sisters of St. Francis"
Sieht ein wenig aus wie bei Spils in Cloppenburg, ist aber ein Geschäft für "geistreiche" Getränke.
Auf diesem Schild mit dem Oldenburger Wappen wird erklärt, was es mit dem Maibaum auf sich hat,
Gruppenfoto im September mit Maibaum in den Farben des Oldenburger Wappens.

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19. September: Indianapolis

Auf dem Weg zu unserem letzten Reiseziel machen wir - etwa 110 km von Oldenburg entfernt - einen kurzen Zwischenstopp in Indianapolis, der Haupstadt des Bundesstaates Indiana mit fast 900.000 Einwohnern. Wobei das streng genommen nicht ganz richtig ist, denn wir fahren in die Kleinstadt Speedway, die allerdings von Indianapolis vollständig umschlossen ist. Speedway wurde erst 1926 gegründet und sollte als Stadt gebaut werden, die autofreundlich ist und das zu einer Zeit, als noch nahezu alle Straßen im angrenzenden Indianapolis aus Ziegelsteinen bestanden. Hier befindet sich der weltberühmte "Indianapolis Motor Speedway", wo an diesem Wochenende ein Langstreckenrennen, der "Battle on the Bricks" stattfindet. Der Begriff "Bricks" (dt. "Ziegelsteine") ist eine Anspielung auf den Spitznamen der Rennstrecke, "The Brickyard" (dt. "Die Ziegelfabrik"). Dieser Name stammt daher, dass die ursprüngliche 2,5-Meilen-Ovalstrecke (4 km) im Jahr 1909 mit 3,2 Millionen Ziegeln gepflastert wurde. Obwohl der größte Teil der Strecke inzwischen asphaltiert ist, verläuft am Start- und Ziellinie noch ein etwa drei Fuß breiter Streifen der originalen Ziegelsteine. Das Indianapolis 500, ein Rennen über 500 Meilen (805 km), ist ein nationales Fest in den USA. Hunderttausende Zuschauer strömen jedes Jahr auf die Tribünen, um das Spektakel live zu erleben.

Heute findet allerdings nicht das Rennen statt, sondern das Training.
Die 20 $ Eintritt sind die Sache auf jeden Fall wert.
Unglücklicherweise sind die Boliden bei der Geschwindigkeit schwer zu fotografieren.
Anzeige mit den Rundenzeiten der Fahrer - 76 Sekunden für etwa 4 km.

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19.-21. September: Chicago

Nach dem kurzen Aufenthalt auf der Rennstrecke geht es noch einmal 300 km weiter zu unserer letzten Reisestation: Chicago, drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten mit etwa 2,7 Mio. Einwohnern in der Stadt selbst und weiteren 6 Mio Einwohnern in der Metropolregion. Chicago gilt als die Wiege der modernen Architektur. Das erste Hochhaus der Welt, das sogenannte Home Insurance Building, wurde 1885 in Chicago fertiggestellt, hatte 10 Stockwerke und war 42 Meter hoch. Wenige Jahre später wurde es um 2 Stockwerke vergrößert und wuchs auf 55 m an. Das aktuell höchste Gebäude in Chicago ist der Willis Tower, der von 1974 bis 1998 das höchste Gebäude der Welt war. Es hat 108 Etagen, ist 442 Meter hoch bis zum Dach und hat inklusive der Antennen eine Gesamthöhe von 527 Metern. 1837 zur Stadt ernannt, spielten deutsche Einwanderer eine entscheidende Rolle beim Aufbau und der Entwicklung Chicagos im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Zwischen 1850 und 1890 waren Deutsche die zahlenmäßig größte Einwanderungsgruppe in den USA, und Chicago war ein zentrales Ziel. Um 1900 hatte fast jeder vierte Einwohner Chicagos entweder deutsche Wurzeln oder war direkt aus Deutschland eingewandert. Unzählige prominente Personen wurden in Chicago geboren, darunter auch Robert Francis Prevost, der seit dem 8. Mai 2025 vielen besser als Papst Leo XIV bekannt ist.

Chicago hat uns wieder 🙂
Über die Vielzahl der Wolkenkratzer kann man zu recht staunen.
Blick entlang des Chicago River
Ausblick aus dem Hotelzimmer.
Wie vor zwei Jahren treffen wir uns mit Bill Feldman, einem "Chicago Greeter" und hervorragenden Musiker.
Als ehrenamtlicher Fremdenführer weiß er z.B., wo Barack und Michelle Obama wohnen.
Die "Holy Name Cathedral", Sitz der Erzdiözese in Chicago.
Zwei Ansichten der prachtvoll geschmückten Kathedrale.
Die Deckenhöhe beträgt 21 m; der Kirchturm ist 64 m hoch.
Natürlich ist man hier sehr stolz auf den Papst aus der eigenen Stadt.
Wir genießen ein tolles Essen bei "Land & Lake" mit Extra-Begrüßung und Bonus für die Garreler.
Im Millennium Park steht das interaktive Kunstwerk "Cloud Gate" von Anish Kapoor.
Besser bekannt ist es als "The Bean". Es lädt Besucher dazu ein, Fotos von ihrer eigenen verzerrten Reflexion zusammen mit der Skyline machen.
An dieser Stelle stand einst das Fort Dearborn. Es lockte Händler und Siedler an, die sich in der Nähe niederließen und damit sozusagen den Grundstein für das spätere Chicago legten.
In Deutschland ist Jack Brickhouse unbekannt, aber hier war er als berühmter Sportreporter gewissermaßen das US-Pendant zu "unserem" Werner Hansch.
Kunst im Vorgarten?
Wir besuchen das Chicago Live Festival am Navy Pier. Hier treten den ganzen Tag bis spät abends zahlreiche Künstler auf.
Bunt und Multikulti: so ist Chicago und auch das Festival am Navy Pier.
In sommerabendlicher Atmosphäre lässt es sich hier wunderbar flanieren.
Günters Highlight: ein Konzert von Buddy Guy und seiner NuBlu-Band. Guy ist eine lebende Legende und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Chicago Blues. Er gilt als einer der größten Blues-Gitarristen aller Zeiten und hat Künstler wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und Stevie Ray Vaughan maßgeblich beeinflusst.
Leider ist es für uns schon der letzte Abend in den USA. Zeit, ins Hotel zurückzukehren und die Koffer zu packen.

Auf dem Weg zum Hotel können wir das Lichtermeer der Chicagoer Großstadt genießen. Zum Abschied des Heimatvereins gab's ein großes Feuerwerk am Navy Pier...😉

Vor der Abfahrt zum Flughafen verabschieden wir uns von unserem Busfahrer Dwayne Intfeld, der uns sicher über unsere fast 3500 km lange Route durch den mittleren Westen der USA gefahren hat.
Wolfgang Grams hat ein kleines Kunstwerk geschaffen, dass unsere Reiseroute mitsamt Dwaynes Bus zeigt.
Am Montag, den 22.09.2025 hat uns die "alte Welt" wieder - Landung in Amsterdam nach viel zu kurzen 2 Wochen.

Fotos: Günter Buschenlange & Agnes Meyer

Text: Wolfgang Tönnies, Sept. 2025